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Anträ­ge und For­de­run­gen, die sich aus unse­rer inhalt­li­chen Arbeit erge­ben haben.

Anträge

Grund­schul­leh­re­rIn­nen ver­die­nen mehr

Antrags­text:

Die Land­tags­frak­ti­on wird auf­ge­for­dert, sich für die Besol­dung der Grundschullehrer*innen nach A13 ein­zu­set­zen.

Begrün­dung:

Grundschullehrer*innen wer­den als Beam­tin­nen nach Besol­dungs­grup­pe A12 bezahlt. Damit ver­die­nen sie weni­ger als ihre Kol­le­gin­nen an ande­ren Schul­for­men, die meist nach A13 bezahlt wer­den.

In der Grund­schu­le wer­den Kin­der zum ers­ten Mal mit schu­li­schen Anfor­de­run­gen kon­fron­tiert. Es ist eine wich­ti­ge Zeit, in der die Grund­la­gen für die wei­te­re Bil­dungs­bio­gra­phie gelegt wer­den. Grundschullehrer*innen wecken Lern­freu­de, hel­fen den Kin­dern dabei, die not­wen­di­ge Grund­bil­dung zu erwer­ben, ihren Weg in die Gesell­schaft zu fin­den und die Welt um sie her­um zu ver­ste­hen. Die­sen kom­ple­xen und gesell­schaft­lich wich­ti­gen Auf­ga­ben steht eine chro­ni­sche Unter­fi­nan­zie­rung der Grund­schu­len gegen­über. Fakt ist: Grundschullehrer*innen haben die höchs­te Unter­richts­ver­pflich­tung aller Lehr­kräf­te. Sie wer­den schlech­ter bezahlt als die meis­ten ande­ren Lehr­kräf­te und oft­mals sind die Schu­len unzu­rei­chend aus­ge­stat­tet. Dies passt nicht zu dem hohen Anspruch, der an die Grund­schu­len gestellt wird.

Päd­ago­gi­sche Arbeit an Grund­schu­len ist äußerst erfolg­reich und wird haupt­säch­lich von Frau­en geleis­tet. Die schlech­te­re Bezah­lung der Grundschullehrer*innen stellt eine Geschlechts­dis­kri­mi­nie­rung dar.

Die Grund­schu­le ist in vie­len Bun­des­län­dern die ein­zi­ge ech­te Gesamt­schu­le und Vor­rei­te­rin bei der inklu­si­ven Bil­dung. Um die­ser Auf­ga­be gerecht zu wer­den, brau­chen die Grund­schu­len ver­läss­li­che Team­zei­ten sowie eine aus­rei­chen­de per­so­nel­le und mate­ri­el­le Aus­stat­tung. Anstatt des­sen spart Deutsch­land an sei­ner wich­tigs­ten Schul­form. Damit muss Schluss sein. Wir for­dern gute Rah­men­be­din­gun­gen an unse­ren Grund­schu­len und eine gerech­te Bezah­lung.

Die Arbeit in der Grund­schu­le muss für jun­ge Men­schen attrak­ti­ver wer­den. Schon jetzt gibt es in man­chen Bun­des­län­dern einen Fach­kräf­te­man­gel in den Grund­schu­len. Wir brau­chen moti­vier­te, selbst­be­wuss­te und gut aus­ge­bil­de­te Grundschullehrer*innen.

Die anspruchs­vol­le päd­ago­gi­sche Arbeit der Lehr­kräf­te an Grund­schu­len muss auch end­lich ent­spre­chend ent­lohnt wer­den. Des­halb die Ent­loh­nung nach A13 bzw. E13 für Grund­schul­lehr­kräf­te.

Quel­le:

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Bildung_und_Politik/Bildungsfinanzierung/Bildung_weiter_denken/2016_Flyer_8GruendeLlohngerechtigkeit.pdf

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Kin­der und Jugend­li­che vor sexu­el­ler und häus­li­cher Gewalt schüt­zen

Antrags­text:

Die SPD Land­tags­frak­ti­on wird dazu auf­ge­for­dert, sich für die ver­pflich­ten­de Ent­wick­lung von Schutz­kon­zep­ten an Schu­len für Kin­der und Jugend­li­che vor den Aus­wir­kun­gen von sexu­el­ler und häus­li­cher Gewalt ein­zu­set­zen. Im Zusam­men­hang mit einer gesetz­li­chen Ver­an­ke­rung, sind die Schu­len durch Mit­tel und Per­so­nal bei der Umset­zung und dem Auf­bau eines Hilfs­netz­werks zu unter­stüt­zen.

Begrün­dung:

Nur jede zehn­te Schu­le in Deutsch­land hat ein umfas­sen­des Schutz­kon­zept für Kin­der und Jugend­li­che, um sie vor sexu­el­ler Gewalt zu schüt­zen, obwohl rein sta­tis­tisch in jeder Schul­klas­se ein bis zwei Kin­der in ver­schie­de­nen Kon­tex­ten von sexu­el­ler Gewalt betrof­fen sind. Aus dem Bericht der unab­hän­gi­gen Bauf­tra­gen für Fra­gen des sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs (UBSKM) geht her­vor, dass Schutz­kon­zep­te vor allem dort gelin­gen, wo sie gesetz­lich ver­an­kert sind. Nur durch die Ent­wick­lung von Kon­zep­ten und den Auf­bau von Hilfs­netz­wer­ken kann erfolg­rei­che Präventions- und Inter­ven­ti­ons­ar­beit gelin­gen, wie es schon in Kitas und Ein­rich­tun­gen der Kinder- und Jugend­hil­fe der Fall ist. Die Schu­len müs­sen bei der Umset­zung durch Fort­bil­dun­gen für Fach­kräf­te, Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che, Info­aben­de für Eltern, inter­ne und exter­ne Beschwer­de­mög­lich­kei­ten sowie der Ent­wick­lung eines Hand­lungs­plan Ver­dachts­fäl­le unter­stützt wer­den.

Quel­len:

https://beauftragter-missbrauch.de/presse-service/pressemitteilungen/detail/missbrauchsbeauftragter-und-deutsches-jugendinstitut-dji-stellen-monitoring-bericht-zur-praevention-sexueller-gewalt-vor

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/nur-jede-zehnte-schule-hat-ein-umfassendes-schutzkonzept/

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Digi­tal­pakt ver­ste­ti­gen!

Antrags­text:

Die SPD Bun­des­tags­frak­ti­on wird dazu auf­ge­for­dert, sich für die Ver­ste­ti­gung der Mit­tel aus dem Digi­tal­pakt über das Jahr 2024 hin­aus ein­zu­set­zen. 

Begrün­dung:

Mit der Locke­rung des Koope­ra­ti­ons­ver­bo­tes und der Schaf­fung des Digi­tal­pak­tes hat die Bun­des­re­gie­rung finan­zi­el­le Mit­tel für die Unter­stüt­zung unse­rer Schu­len bei der Digi­ta­li­sie­rung geschaf­fen. Die vor­ge­leg­te Stu­die von Geor­ge und Klin­ger zeigt jedoch, dass die Mit­tel von 5 Mrd. Euro gera­de ein­mal für die Min­destaustat­tung der berufs­bil­den­den Schu­len rei­chen wür­den. Im Zeit­raum von 2019 bis 2024 sind ins­ge­samt 21 Mrd. Euro als Inves­ti­tio­nen für eine Min­destaustat­tung an den all­ge­mein­bil­den­den  und berufs­bil­den­den Schu­len not­wen­dig. Aus die­sem Grund müs­sen die finan­zi­el­len Mit­tel aus der Bun­des­ebe­ne ver­ste­tigt wer­den, um die Län­der und Kom­mu­nen bei der Zukunfts­auf­ga­be der Digi­ta­li­sie­rung auch wei­ter­hin zu untertsüt­zen.

Quel­len:

https://www.gew.de/presse/pressemitteilungen/detailseite/neuigkeiten/gew-strohfeuer-droht-mittel-aus-digitalpakt-verstetigen

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Digitale-Medienbildung/BWd—DigitAusstOffensiveBB-A4-2019-web2.pdf

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Digitale-Medienbildung/Zentrale-Aussagen-BWd-web.pdf

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Bau­li­che und digi­ta­le Schul­aus­stat­tung

Antrags­text:

Die SPD Land­tags­frak­ti­on wird dazu auf­ge­for­dert, die Schul­bau­richt­li­nie an bau­li­chen und digi­ta­len Anfor­de­run­gen in Schu­len und an zeit­ge­mä­ßen päd­ago­gi­schen Kon­zep­ten aus­zu­rich­ten. 

Bau­li­che Aus­stat­tun­gen:

  • Funk­ti­ons­räu­me zur Dif­fe­ren­zie­rung, für Fach­räu­me und Räu­me für Eltern­ge­sprä­che.
  • Pausen- und Rück­zugs­räu­me für Beschäf­tig­te sowie Schüler*innen
  • per­sön­li­che Arbeits­plät­ze für Leh­ren­de

Digi­ta­le Aus­stat­tun­gen:

  • tech­ni­sche War­tung und Betreu­ung für die digi­ta­le Aus­stat­tung schaf­fen,
  • den Leh­ren­den Hard­ware bereit­stel­len,
  • den Daten­schutz gewähr­leis­ten,
  • Fort­bil­dun­gen für Leh­ren­de anbie­ten,
  • unab­hän­gi­ge Medi­en­kon­zer­ne nut­zen und för­dern
  • die digi­ta­le Aus­stat­tung an die päd­ago­gi­schen Kon­zep­te anpas­sen.

Begrün­dung:

Die Aula ist wegen Ein­sturz­ge­fahr gesperrt. Es reg­net mal wie­der durch das Flach­dach. Schad­stof­fe, Fein­staub, Schim­mel und Lärm ver­ur­sa­chen gesund­heit­li­che Beschwer­den. Gutes Ler­nen aber braucht ein gesun­des bau­li­ches Umfeld. Die Besei­ti­gung von offen­sicht­li­chen Bau­män­geln kann daher nur der Anfang sein!

Moder­ne Lern­for­men, der Aus­bau von Ganz­tags­ein­rich­tun­gen und Inklu­si­on schaf­fen zusätz­li­che Anfor­de­run­gen an Gebäu­de und Aus­stat­tung. Allen Bil­dungs­be­tei­lig­ten soll­te Raum gege­ben wer­den, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Dazu braucht es Lern­or­te für gro­ße, aber auch klei­ne Grup­pen, für unter­schied­li­che Lern­for­men, Lese­ecken, Rück­zugs­mög­lich­kei­ten und Auf­ent­halts­räu­me, aber auch Räu­me für alle Fach­kräf­te zur Vor­be­rei­tung, zum Aus­tausch und zum Aus­ru­hen. Und Ganz­tag kann nur mit einer Men­sa klap­pen, die groß genug ist und gesun­des Essen für alle anbie­tet. Er braucht ein spe­zi­el­les Raum­kon­zept. So aber sieht die Rea­li­tät aktu­ell lei­der nicht aus!

Nach­hol­be­darf und Hand­lungs­druck bestehen bei der Digi­ta­li­sie­rung genug. Sie muss vom päd­ago­gi­schen Anspruch her gedacht wer­den: Nicht Lap­tops und White­boards um ihrer selbst wil­len sind die Lösung aller Pro­ble­me, son­dern die Anschaf­fung der „Hard­ware“, die die moder­ne Päd­ago­gik tat­säch­lich benö­tigt.

Die Bun­des­re­gie­rung hat 3,5 Mrd. Euro fürr ein Schul­sa­nie­rungs­pro­gramm und 5 Mrd. Euro für den „Digi­tal­Pakt Schu­le“ zur Ver­fü­gung gestellt. Den­noch hat sich der Sanierungs­ und Inves­ti­ti­ons­stau bei Schu­len und Wei­ter­bil­dung laut der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) noch­mals ver­grö­ßert. Hier liegt er mitt­ler­wei­le bei 47,7 Mrd., bei der Klein­kind­be­treu­ung bei 7,6 Mrd. und den Hoch­schu­len bei bis zu 50 Mrd. Die Kämmerer*innen in den Städ­ten und Gemein­den rau­fen sich wegen der Her­aus­for­de­run­gen die Haa­re.

Egal ob Unter­halt, Sanie­rung oder Neu­bau hat im Sin­ne der Kin­der, Jugend­li­chen und Erwach­se­nen zu gel­ten: Die Lern­or­te müs­sen sich den Anfor­de­run­gen zeit­ge­mä­ßer päd­ago­gi­scher Kon­zep­te anpas­sen! 

Mehr Geld für Bil­dung! Sanie­rungs­stau auf­he­ben! Zeit­ge­mä­ße Bil­dungs­ge­bäu­de ermög­li­chen!

Quel­le:

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Bildung_und_Politik/Bildungsfinanzierung/Bildung_weiter_denken/2019_05_Flyer_Gebaeude_web.pdf

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kinder-wuenschen-sich-modernere-architektur-und-ausstattung-ihrer-schule

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-digital-sind-deutschlands-schulen

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Bildung_und_Politik/Bildungsfinanzierung/Bildung_weiter_denken/2018_09_24_Ergebnisse_Mitgliederbefragung_Gebaeude.pdf

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Bildung_und_Politik/Bildungsfinanzierung/Bildung_weiter_denken/2018–09-24_Infografik-Mitgliederbefragung.pdf

Anträge

Schul­so­zi­al­ar­beit an allen Schu­len für alle jun­gen Men­schen

Antrags­text:

Die Land­tags­frak­ti­on wird dazu auf­ge­for­dert, die Schul­so­zi­al­ar­beit in Nie­der­sach­sen recht­lich zu ver­an­kern, finan­zi­ell abzu­si­chern und mit qua­li­ta­ti­ven Min­dest­stan­dards im Sin­ne der „Jena­er Erklä­rung” zu ver­se­hen. Der Bun­des­kon­gress Schul­so­zi­al­ar­beit 2019 for­dert: Schul­so­zi­al­ar­beit muss als pro­fes­sio­nel­les Ange­bot sys­te­ma­tisch wei­ter­ent­wi­ckelt und abge­si­chert wer­den! Kon­kret bedeu­tet das:

  • Schul­so­zi­al­ar­beit braucht Kon­ti­nui­tät und Ver­läss­lich­keit, damit sie qua­li­täts­voll zu mehr Chancen- und Bil­dungs­ge­rech­tig­keit bei­tra­gen kann.
  • Die jewei­li­gen Rol­len der Bildungs- und Jugend­hil­fe­sys­te­me für die Schul­so­zi­al­ar­beit sind zu defi­nie­ren.
  • Schul­so­zi­al­ar­beit muss als Arbeits­feld sys­te­ma­tisch ent­wi­ckelt wer­den.
  • Min­dest­stan­dards für die Umset­zung der Schul­so­zi­al­ar­beit sind zu ver­ein­ba­ren und umzu­set­zen.
  • Eine kla­re recht­li­che Ver­an­ke­rung der Schul­so­zi­al­ar­beit ist not­wen­dig.
  • Vor Ort sind Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen den ver­schie­de­nen Akteur*innen zu schlie­ßen und Kon­zep­te abzu­stim­men, die Auf­trä­ge und Zustän­dig­kei­ten klä­ren und abgren­zen.
  • Mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Zusam­men­ar­beit ist als kon­sti­tu­ti­ves Ele­ment in Schu­le zu ver­an­kern.

Begrün­dung:

Die Jena­er Erklä­rung ist ein Ergeb­nis des Tref­fens der Fach­kräf­te aus Jugend­hil­fe und Schu­le, Ver­ant­wort­li­chen bei Trä­gern, aus der Ver­wal­tung und Poli­tik, Leh­ren­den und For­schen­den der Sozia­len Arbeit.

Der Bun­des­kon­gres­ses Schul­so­zi­al­ar­beit hat in sei­ner Abschluss­erklä­rung fest­ge­stellt, dass Schul­so­zi­al­ar­beit Kon­ti­nui­tät und Ver­läss­lich­keit braucht, damit sie qua­li­täts­voll zu mehr Chancen- und Bil­dungs­ge­rech­tig­keit bei­tra­gen kann. Schul­so­zi­al­ar­beit ermög­licht ganz­heit­li­che Bil­dung jun­ger Men­schen zur För­de­rung der Per­sön­lich­keit und ihrer sozia­len Ent­wick­lung. Sie eröff­net Chan­cen am Lern- und Lebens­ort Schu­le und enga­giert sich für mehr Gerech­tig­keit beim Auf­wach­sen jun­ger Men­schen.

Die viel­fäl­ti­gen gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen erhö­hen die Erwar­tun­gen an die Schul­so­zi­al­ar­beit, deren Bedeu­tung ins­be­son­de­re von allen am Schul­le­ben Betei­lig­ten aner­kannt und gewür­digt wird. Der Stel­len­aus­bau in den letz­ten Jah­ren belegt dies anschau­lich. Die­ser geschieht in Abhän­gig­keit von kom­mu­na­len Res­sour­cen, Lan­des­pro­gram­men und Lan­des­ge­set­zen. Schul­so­zi­al­ar­beit wird mit einer gro­ßen Auf­ga­ben­viel­falt, in unter­schied­li­chen Zustän­dig­kei­ten und mit teils kom­ple­xen Finan­zie­rungs­lö­sun­gen durch­ge­führt.

Eine feh­len­de recht­li­che und finan­zi­el­le Absi­che­rung, die eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Schul­so­zi­al­ar­beit mit guten Arbeits­be­din­gun­gen gewähr­leis­tet, wird vie­ler­orts beklagt. Qua­li­tät und Pro­fes­sio­na­li­tät in der Schul­so­zi­al­ar­beit sind der­zeit in zu hohem Maße von ein­zel­nen Fach­kräf­ten vor Ort und ihren Trä­gern abhän­gig.

Quel­len:

https://www.gew.de/presse/pressemitteilungen/detailseite/neuigkeiten/schulsozialarbeit-braucht-rechtliche-verankerung-finanzielle-absicherung-und-qualitative-mindeststan

https://www.awo.org/sites/default/files/2019–10/jenaer_erklaerung%20mit%20logos.pdf

Anträge

Ein sozia­les und moder­nes Bil­dungs­sys­tem für alle!

Antragstext/Begründung:

Eine der wich­tigs­ten und grund­le­gends­ten For­de­run­gen der Sozi­al­de­mo­kra­tie ist die kos­ten­lo­se und gute Bil­dung in allen Berei­chen für alle. Die SPD muss wie­der mehr die Par­tei der Chan­cen­gleich­heit und Bil­dung sein, denn gute und moder­ne Bil­dung ist für alle der Schlüs­sel zu Frei­heit und schützt vor Armut. Doch auch in Deutsch­land und im Land Nie­der­sach­sen gibt es sowohl Pro­ble­me, als auch genug Chan­cen, die wir als Sozi­al­de­mo­kra­tie stär­ker her­aus­stel­len und the­ma­ti­sie­ren müs­sen.

Zur Chan­cen­gleich­heit gehört die Mög­lich­keit alle Bil­dungs­mög­lich­kei­ten frei und kos­ten­los zu errei­chen. Die­se For­de­rung muss end­lich auch auf dem Schul­weg umge­setzt wer­den. Des­halb soll­te die kos­ten­lo­se Bus­fahr­kar­te für alle Schüler*innen und Aus­zu­bil­den­de zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Denn bis­her müs­sen alle Schüler*innen in Osna­brück ab der Sekun­dar­stu­fe II sich für 43€ eine Monats­kar­te kau­fen, oder sich nach ande­ren Mög­lich­kei­ten umse­hen. Oft­mals fah­ren bei­spiels­wei­se Men­schen aus äuße­ren Stadt­tei­len oder dem Land­kreis mit dem Auto zur Schu­le, oder müs­sen selbst im Win­ter mit dem Fahr­rad zur Schu­le, was natür­lich auch Ver­let­zungs­ri­si­ken birgt. Dem­entspre­chend könn­te so auch der Anteil der auto­fah­ren­den Eltern ver­rin­gert wer­den, ein wich­ti­ger Schritt für mehr Umwelt­schutz und bes­se­re Luft in der Regi­on getan wer­den und deut­lich gemacht wer­den, dass die Poli­tik sich um Belan­ge von Schüler*innen küm­mert.

Eben­falls nicht mehr zeit­ge­mäß ist der hohe finan­zi­el­le Auf­wand, der für elek­tro­ni­sche Unter­richts­ma­te­ria­li­en anfällt. Ins­be­son­de­re Taschen­rech­ner und elek­tro­ni­sche Wör­ter­bü­cher sind eine erheb­li­che finan­zi­el­le Belas­tung. Dies darf im 21. Jahr­hun­dert, wo eine ver­nünf­ti­ge Unter­richts­be­tei­li­gung ohne die­se Gerä­te und tech­ni­sche Aus­stat­tung nicht mög­lich ist, kein Zustand sein. Des­halb soll­te die Anschaf­fung tech­ni­scher und unter­richts­re­le­van­ter Mate­ria­li­en nicht allei­ne aus eige­ner Tasche bezahlt wer­den müs­sen. Son­dern für alle Schüler*innen als Not­wen­dig­keit kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Eine der viel­leicht wich­tigs­ten Her­aus­for­de­run­gen der nächs­ten Jah­re wird sein unser Bildungs- und Schul­sys­tem für die Digi­ta­li­sie­rung bereit zu machen. Denn momen­tan ver­sagt die Schu­le und unser Bil­dungs­sys­tem in die­sem Bereich. Schüler*innen und Lehrer*innen wer­den nicht aus­rei­chend auf die Digi­ta­li­sie­rung sowohl im All­tag, als auch im Arbeits­le­ben vor­be­rei­tet. Dies erkennt man sehr gut an der teil­wei­se völ­lig ver­al­te­ten tech­ni­schen Aus­stat­tung und immer wie­der Lehrer*innen mit man­gel­haf­ten tech­ni­schen Kennt­nis­sen. Um die­se Zustän­de zu ändern müs­sen unse­re Schu­len digi­ta­le Medi­en nicht mehr als Gefahr, son­dern als Chan­ce und Bestand­teil guter Bil­dung anneh­men. Im völ­li­gen Gegen­satz dazu steht ein Ver­bot digi­ta­ler End­ge­rä­te an Schu­len, dies ver­bannt digi­ta­le Medi­en aus dem Schul­all­tag und ver­schließt somit die Augen vor allen Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen der digi­ta­li­sier­ten Welt. Anstatt des­sen soll­ten wir for­dern einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit sozia­len Medi­en in der Schu­le zu ver­mit­teln und digi­ta­le Medi­en expli­zit in den Unter­richt zu inte­grie­ren. Die Poli­tik muss auf­wa­chen und jetzt in eine Moder­ni­sie­rung des Schul­sys­tems inves­tie­ren. Die­se soll­te kos­ten­lo­se Bil­dung in allen Berei­chen garan­tie­ren und als Ziel sowohl eine moder­ne tech­ni­sche Aus­stat­tung, als auch eine Vor­be­rei­tung und Fort­bil­dung der Lehrer*innen haben, für eine Kehrt­wen­de im Umgang mit der Digi­ta­li­sie­rung und end­lich eine höhe­re Prio­ri­tät für die Bildungs- und Schul­po­li­tik!

Anträge

Schulsozialarbeiter*innen an jeder Schu­le in Nie­der­sach­sen

Antrags­text:

Schul­so­zi­al­ar­beit soll an jeder Schu­le aller Schul­for­men in Nie­der­sach­sen, falls noch nicht vor­han­den, instal­liert wer­den.

Begrün­dung:

Schul­so­zi­al­ar­beit ist ein eigen­stän­di­ges Hand­lungs­feld der Jugend­pfle­ge und hat den Vor­teil, im All­tag für alle Kin­der und Jugend­li­che prä­sent und erreich­bar zu sein.

Sie bie­tet den Schüler*innen Bera­tung, Beglei­tung, Unter­stüt­zung sowie För­de­rung, rich­tet sich aber auch an Eltern und Lehrer*innen. So fun­giert Schul­so­zi­al­ar­beit als Bin­de­glied zwi­schen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern sowie zwi­schen der Schu­le und außer­schu­li­schen Insti­tu­tio­nen.

Schu­le hat als Ort des Ler­nens einen ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Lebens­si­tua­ti­on und die Ent­wick­lung der Jugend­li­chen. Schu­le wird mit psy­cho­so­zia­len Pro­ble­men oder Defi­zi­ten der Jugend­li­chen kon­fron­tiert. Es kön­nen aber auch Pro­ble­me durch die Schu­le ent­ste­hen oder ver­stärkt wer­den; dort setzt die Schul­so­zi­al­ar­beit an. Hier­bei han­delt es sich längst nicht mehr um ein Arbeits­feld, das nur an För­der­schu­len oder Haupt­schu­len zum Tra­gen kommt. Ins­be­son­de­re auch im Hin­blick auf Inklu­si­on und die damit ein­her­ge­hen­den Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen im Schul­all­tag muss Schu­le auch als Ort des sozia­len Ler­nens begrif­fen wer­den – und zwar an jeder Schul­form!

Schul­so­zi­al­ar­beit bil­det eine essen­zi­el­le Grund­la­ge, best­mög­li­che Bedin­gun­gen für die erfolg­rei­che Bil­dung und För­de­rung jun­ger Men­schen in der Schu­le zu rea­li­sie­ren.

Anträge

Beruf­li­che Bil­dungs­an­ge­bo­te inkl. Sprach­för­de­rung an BBS’n für Zuge­wan­der­te aus­bau­en

Antrags­text:

Die Ange­bo­te für zuge­wan­der­te Schüler*innen an berufs­bil­den­den Schu­len sol­len, mit dem Ziel die Schüler*innen hin­sicht­lich der deut­schen Spra­che kom­pe­tent und aus­bil­dungs­fä­hig zu machen, auf­recht erhal­ten und aus­ge­baut wer­den.

Begrün­dung:

Berufs­bil­den­den Schu­len gilt im Rah­men der Sprach­för­de­rung ein beson­de­res Gewicht, da älte­re zuge­wan­der­te Jugend­li­che häu­fig an berufs­bil­den­den Schu­len beschult wer­den, um sprach­lich qua­li­fi­ziert und zur Aus­bil­dungs­rei­fe geför­dert sowie in Berufs­aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen unter­stützt zu wer­den. Die­se Zie­le kön­nen nur erreicht wer­den, wenn Res­sour­cen in Form von qua­li­fi­zier­ten Leh­rer­stun­den bereit­ge­stellt wer­den und somit ei-ne durch­gän­gi­ge Sprach­för­de­rung durch qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal gewähr­leis­tet ist. Der Über­gang in das deut­sche Bil­dungs­sys­tem ist für älte­re Jugend­li­che beson­ders schwie­rig.

Als im Jahr 2015 gro­ße Zah­len von Zuge­wan­der­ten in das staat­li­che Bil­dungs­we­sen ström­ten, reagier­te das Land Nie­der­sach­sen mit der Bereit­stel­lung von Res­sour­cen (an-gestellte Lehr­kräf­te) und der Ein­rich­tung neu­er Schul­for­men (z.B. SPRINT). Die­se För­de­rung steht zum nächs­ten Schul­jahr in Fra­ge (SPRINT wird nicht fort­ge­setzt).

Wenn zuge­wan­der­te Jugendliche/junge Erwach­se­ne nicht geför­dert wer­den, bleibt ihnen der Weg in die Aus­bil­dung und wirt­schaft­li­che Selb­stän­dig­keit ver­wehrt – eine selbst­be­stimm­te gesell­schaft­li­che Teil­ha­be mit guter Zukunfts­per­spek­ti­ve ist dann nicht mög­lich, Pro­ble­me durch Frus­tra­ti­on usw. sind vor­pro­gram­miert. Die­se Situa­ti­on wider­spricht den Zie­len der SPD. Es ist unbe­dingt erfor­der­lich, dass wir uns ent­spre­chend posi­tio­nie­ren und dafür ein­set­zen, die­se unter­stüt­zungs­be­dürf­ti­ge Grup­pe jun­ger Men­schen durch unser Bil­dungs­sys­tem zu för­dern.